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Missionarische Spiritualität

Peter McHugh SVD

m einfachsten könnte man Spiritualität oder Leben im Geist beschreiben als die Weise, in der der Heilige Geist mich führt, in den drei Grundbeziehungen zu wachsen; mir selbst, Gott, anderen (und der Schöpfung) gegenüber in der Nachfolge Christi als SVD. Auf dieser Weise erfüllt der Hl. Geist Gottes Traum für unsere Welt: Leben in Fülle für alle Menschen. Das war das Ziel der Sendung Christi.

1. Unterwegs.

Um die dynamische Qualität diese lebenslangen Prozesses aufzuzeigen, gebrauchen die Konstitutionen das Bild vom Unterwegssein. K220.

Diese Bild ist eins der zentralen Symbole in der Schrift. Der Ruf an Abraham und Sarah, im Vertrauen auf Gott in ein anderes Land zu ziehen, wurde von Israel als Modell für sein eigenes Wachsen angesehen. Dies zeigte sich noch auffallender in den Ereignissen, die sie zum freien Volk Gottes machten, im Exodus (wörtlich: Weg hinaus). Im Neuen Testament ist das Motiv des Unterwegssein von gleicher Wichtig-keit. Lukas schildert Jesu öffentliches Leben als eine Reise von Galilea zu seinem Tod in Jerusalem und er sieht unser christliches Leben als ein Gehen mit Jesu. In der Apostelgeschichte nennt er Christen �Anhänger des Weges�. In mehr mystischer Weise sieht Johannes das Geheimnis Jesu als einen Weg vom Vater her und zurück zu ihm. Das christliche Leben ist Teilhabe an diesem österlichen Unterwegssein.

Warum betonen die Konstitutionen das? Diese Sicht offenbart eine ganz andere Auffassung von der menschlichen Person. Sie besagt, dass wir immer unterwegs sind; wir sind nie vollständig, nie vollkommen. Nie können wir sagen, dass wir bereits angekommen sind. Wir müssen Geduld haben und mitleidsvoll mit uns selber sein. Es ist das Unterwegssein, welches zählt � mehr als die Erwartung, zur Vollkommenheit zu gelangen. Wir sind unvollständig, nicht weil wir viele Mängel haben, sondern weil wir unvollständig sind! Und doch, wie Paulus sagt, �Wir alle spiegeln mit unverhüllten Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wider und werden so in sein eigenes Bild verwandelt, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit durch den Geist des Herrn� (2 Kor 3,18). Unsere Reise soll eine Entfaltung unserer Gaben sein.

2. Wirklichkeit

So heißt Spiritualität unser vom Geist inspiriertes Streben, immer ganzheitlicher Mensch zu werden, indem wir auf Menschen, Ereignisse und alles, was die Wirklichkeit unseres Lebens ausmacht, antworten. Jede Erfahrung, mit der ich in rechter Weise umgehe, befähigt mich zum guten Umgang mit weiteren Erfahrungen.

Bei unserer Antwort auf die Wirklichkeit ist unsere Beziehung zu Gott von entscheidender Bedeutung. Als Grund allen Seins Trägt Gott unser menschliches Wachstum. Der Hl. Geist ruft und befähigt uns zum Wachsen. Meine Spiritualität ist darum ganz einfach der Weg, auf dem der Geist mich über meine gegenwärtigen Begrenzungen hinaus zu vollen Personsein hin führt, das ich nach dem Willen des Vaters in der Nachfolge Christi erreichen soll. Wir begegnen Gott in unserer eigenen Wirklichkeit. Unsere Gotteserfahrung gestaltet unsere Antwort auf die Wirklichkeit mit. Wir beginnen die Welt mit den Augen Gottes zu sehen und zu lieben.

Der Prozess dieses Wachstums der Person hängt von einem Gefühl des Selbstwerts ab. Die beste Hilfe, die man einem anderen anbieten kann, ist ihm helfen, die Über-zeugung zu vertiefen: �Ich bin geliebt, deshalb bin ich liebenswert und gut.� Das soll nicht nur ein trockener Gedanke bleiben. Je tiefer er mich berührt, um so tiefer wandelt er die Person um. Die tiefste Umwandlung ist in dem Bewusstsein verwur-zelt, dass die absolute Liebe mich begnadet hat: �Ich bin von Gott geliebt und deshalb für Gott bin ich liebenswert und gut.� Die Basis dieser Überzeugung ist meine Gotteserfahrung. Einigen gefällt dieser Begriff nicht, weil er nach einem mystischen Erlebnis riecht. Aber ich benutze den Begriff als das Bewusstsein, dass ich von Gott geliebt bin. Ein Bewusstsein so stark, dass es mich persönlich umwandelt. Es ist die Quelle meines missionarischen Eifers, Freude und Kreativität. �Ich nenne euch nicht mehr Knechte sondern Freunde� - und Brüder.

Von dieser Überzeugung entsteht der Wunsch, Gott zu lieben und dienen. Wie? Durch meine Liebe zu den anderen, die ich betrachte als von Gott gleich geliebt, und deshalb ebenso liebenswert mit einer göttlichen Würde. Das führt mich, Jesus im Dienst der anderen zu folgen. �Sein Leben ist unser Leben, seine Sendung unsere Sendung.� Eine missionarische Spiritualität, weil meine Erfahrung der Liebe Gottes mich zur Mission führt und es in meiner Mission ist, d.h. in den Menschen, denen ich diene und mit denen ich wohne, dass meine Erfahrung der Liebe Gottes immer tiefer geht.

3. Vier Privilegierte Momente unserer Gotteserfahrung

Diese Erfahrung Gottes Liebe ist nicht eine für allemal Erfahrung, sondern ein tägliches Erlebnis, ein weitwährendes Bewusstsein, das alle Aspekten meines Lebens prägt und gestaltet. Auf diesem Weg sind vier fundamentale Momente oder Säulen unserer Spiritualität: die Heilige Schrift, die Eucharistie, das Miteinanderteilen, Gebet. Vielleicht ist der Begriff Säulen nicht der beste. Er gibt den Eindruck, Spiritualität ist wie ein Tempel, wo wir Gott finden und sicher fühlen. Nicht Säulen sondern Wegweiser. Wegweiser betont unsere Mission als der Locus unserer Spiritualität. Was steht auf dem Schild? �Gott und Leute.� Wenn du Gott begegnen willst, folge dieser Richtung! Diese privilegierten Momente der Selbstoffenbarung Gottes machen uns fähig, die Gegenwart Gottes in der Mission zu schätzen, d.h. in meiner Wirklichkeit, in meinen Beziehungen zu den anderen. Man soll die Früchte in unserem Dienst sehen. Es ist in der Mission, wo der Geist uns in Christus umwandelt. Für uns als socii Verbi Divini ist das menschgewordene Wort unser Beispiel. Konst. 103 Das Beispiel Jesu bestimmt die Weise, auf der wir unsere Teilnahme an seiner Sendung leben:

  • Wir fügen uns in die konkreten Situationen der Menschen ein
  • wir zeigen eine Vorliebe für die Armen und die Unterdrückten
  • wir suchen Dialog mit allen.

Das ist für uns die Nachfolge Christi.

4. Die göttliche Innewohnung

Dieses Bild des Hereinkommen Gottes in unsere Welt wird noch prächtiger, wenn es ergänzt wird von dem anderen biblischen Bild des göttlichen Lebens, das sich in jeder Person entwickelt und entfaltet. In jedem Einzelnen ist ein �Same Gottes�, die Fähigkeit, in Gott zu wachsen, wie eine Pflanze das Licht der Sonne sucht. Diese Gegenwart ist nicht nur eine Kraft; sie ist ein göttliches Innewohnen in den Herzen der Menschen. Das Bewusstsein dieses Innewohnens ist das Ziel der Sendung Jesu. �Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben... Das ist das ewige Leben, den Vater zu erkennen, und Jesus, den er gesandt hat.� (Joh 10:10; 17;3). Für Arnold Janssen war dieses Geheimnis der göttlichen Innewohnung die Quelle und das Herz seines geistlichen Lebens, zum Ausdruck gebracht in den zwei Mottogebeten: �Vivat Cor Jesu in Cordibus Hominum.� �Vivat Deus Unus et Trinus in Cordibus Hominum.� Viel mehr als eine fromme Andacht war es die Quelle seines missionarischen Eifers. Es hat seine Haltung zu den Menschen und zur Natur gestaltet. Es war ein neuer Weg des Seins und des Sehens. Und es kann auch für uns so sein. Diese Betonung des Geheimnisses des göttlichen Innewohnens kann uns helfen, die missionarische Spiritualität des Stifters zum klaren Ausdruck zu bringen, auf eine Weise, die sich unserer ganz anderen theologischen Weltanschauung anpasst, und die uns deshalb inspirieren kann.

Viele beschrieben Arnold als jemanden, der in der Gegenwart Gottes lebte. P. Hilger sagte: "Sicher ist wahre Heiligkeit in hohem Maße eine bewusste, anhaltende und intime Vereinigung mit Gott, verbunden mit heroischen Tugenden. Wenn dem so ist, wüsste ich nicht, welcher Heilige eine höhere Heiligkeit besaß als er".

Für Arnold kann alles uns an Gottes Gegenwart zu erinnern: "eine Kirche in der Ferne, genauso die Sonne, Mond, Sterne, Stürme, Berge, Flüsse, Täler, Tiere und Pflanzen." In seinen Ansprachen bevorzugte er, Gottes Gegenwart in der wunderbaren Verschiedenheit der Dinge nachzuweisen: eine Uhr, eine Feder, angenehme Düfte, der Regenwurm, �der zehn Meter in einer Stunde zurücklegt". In einer Konferenz bittet Arnold, die Hand zu betrachten, ein Vogelei oder die Symmetrie der Augen. So "lasst uns Gottes Größe anbeten und durch Kontemplation im Glauben gestärkt werden." Die Natur sprach zu ihm über den Leben spendenden Geist. P. Hilger erinnert sich: "Er hatte ein aufmerksames Auge für die ganze Schöpfung, Menschen, Tiere und Pflanzen.... In allem begegnete er dem Gott seines Herzens in seiner Weisheit, Macht und Schönheit.... In allem sah P.Arnold die Ausstrahlung des göttlichen Antlitzes leuchten... Mit tausend Wurzeln gewann seine Liebe zu Gott Nahrung aus allem."

5. Die Würde jeder Person

Eine direkte Konsequenz Arnolds großer Ehrfurcht vor dieser Liebe Gottes war seine Wertschätzung der Würde und Schönheit jeder Person - des Wertes jeder Seele. Eine Konferenz während der Exerzitien vor einer Missionsaussendung behandelt "Den Wert und die Würde der Seelen" die nach dem Abbild Gottes geschaffen sind, und für die Jesus gestorben ist. Die Güte und Liebe Gottes wurden besonders darin gesehen, dass der Mensch zu der unverdienten Würde erhoben wurde, Kinder des Vaters, Brüder und Schwestern des Sohnes und Tempel und Bräute des Heiligen Geistes zu sein. In seiner letzten Pfingstpredigt brachte Arnold dies auf einfache aber warme Art zum Ausdruck. Er sprach den Satz, der für eine Zusammenfassung seines Lebens stehen kann: "Der Heilige Geist ist der Gott der Liebe, und ist gekommen, um die Menschen liebenswürdig zu machen vor dem Angesicht Gottes und seine Liebe ihnen zu offenbaren." Sein Missionseifer floss direkt aus dieser Wertschätzung der innewohnenden Liebe Gottes, wodurch die Würde jedes Menschen erhöht wird.

Das ist auch die Basis unseres missionarischen Eifers, obgleich unser Verständnis ganz anders ist als das seine. Heute verehren wir die heiligmachende Gegenwart Gottes schon in allen Leuten, Kulturen und Religionen. Gott in mir macht mich fähig, Gott in den anderen zu begegnen. Wir sollen nicht nur unseren Nächsten lieben, sondern auch den Gott unseres Nächsten.

Dem Generalkapitel nach besteht unser besonderes Zeugnis für das Reich Gottes darin, seinen universalen Charakter und seine Offenheit für die Vielfalt ins rechte Licht zu rücken. Ferner, wenn das Kapitel unsere Mission als einen vierfachen Dialog beschreibt, möchte es �unsere vorrangigen missionarischen Verpflichtungen� andeuten - das Was unserer Mission. Es beschreibt auch das Wie, d.h. die Haltungen, die der Dialog fordert und durch die, der Geist uns in Christus umwandelt. Das ist unsere Spiritualität, unser Leben im Geist. Es ist eine Beschreibung wie ein SVD aussieht, der auf den Ruf des Geistes antwortet.

Das Kapitel tut das, in dem es eine Bekehrung andeutet, die typisch für jeden Bereich des vierfachen Dialogs ist. Wir fühlen uns persönlich aufgerufen zu einem fortwäh-renden Passing-over vom Unglauben zu einem tieferen Glauben; vom Egoismus zur Solidarität. Der Dialog mit Menschen der verschiedener Kulturen fordert das Absterben des Ethnozentrismus und des Razzismus, und ein Passing-over zu einem mehr katholischen Geist, der die kulturelle Identität der anderen in Ehre hält. Im Dialog mit Menschen unterschiedlicher Glaubenstraditionen sollen wir uns selbst so erziehen, das aus Argwohn Vertrauen zu einander werden kann.

�Wir legen Zeugnis ab, nicht nur durch unseren apostolischen Dienst für das Reich Gottes. Sie beinhaltet gleichermaßen, unter uns selbst eine missionarische Ordensgemeinschaft zu formen� (§51). Wenn wir es ernst nehmen, wird die Liebe Christi uns befähigen, das Licht der göttlichen Herrlichkeit auf dem Angesicht unserer Brüder und Schwestern wahrzunehmen. Glaubst du das?

Diese Bekehrung soll auch für die Individuellen und die Kommunität gelten. Das Kapitel beschreibt unsere missionarische Kommunität im Kontext des vierfachen Dialogs. �Wir müssen ständig unsere Verpflichtung erneuern, eine vom Glauben erfüllte, offene, international-interkulturelle, und brüderliche Lebensgemeinschaft aufzubauen� (102).

6. Solidarität, Achtung, Liebe

Obgleich es hilfreich ist, sich auf eine bestimmte Bekehrung für jede der vier Bereiche des Dialogs zu konzentrieren, ist es auch klar, dass diese Haltungen auch für alle vier gelten. Tatsächlich hat das Kapitel das Wort �Dialog� ausgewählt, um unsere Haltung zu allen zu beschreiben. �Dialog ist danach eine Haltung von Solidarität, Achtung und Liebe� (§53). �Ihr seid Sal terrae - das Salz de Erde�.

Diese drei Haltungen verbinden unser Leben mit dem Geheimnis des Menschge-wordenen Wortes, das wir nachahmen sollen (103). Aus Liebe hat Gott unser Problem zu seinem eigenen gemacht mit großer Achtung vor unserer menschlichen Situation. Dem Kapitel nach ist unser missionarischer Beruf ein Ruf zur Teilnahme an der Sendung des Dreieinigen Gottes, der durch das Menschgewordene Wort alle Menschen in die Kommunio mit Gott ziehen will. Diese sind daher nicht irgend-welche Tugenden, sondern die christgleichen Haltungen, die sich in unserer Sendung entwickeln sollen - Solidarität, Achtung und Liebe.

Josef Freinademetz ist ein klares Vorbild einer echt missionarischen Bekehrung von Herablassung und Arroganz: �Der Chinese ist vom Schöpfer nicht mit den gleichen Anlagen ausgestattet worden wie der Europäer... Der Chinese vermag nicht, sich zu einem höheren Gedanken aufzuschwingen.� Sein Leben war ein ständiger Passing-over von diesem Superioritätskomplex

  • zu tieferer Achtung: �In diesem Lichte bekommt alles eine neue, ganz eigentüm-liche Farbe; das an sich Kleine und Unbedeutende erhält einen eigentümlichen Reiz.�
  • zu Solidarität: Er blieb mit den Christen während der Verfolgung; er starb von Typhus.
  • zu Liebe: �Ich sage Euch ehrlich und offen: ich liebe China und die Chinesen. Ich bin mehr Chinese als Tirolese, und ich möchte Chinese auch im Himmel bleiben.�

Schade, dass seine Offenheit nicht auch die religiösen Sitten und heiligen Orte der Chinesen annehmen konnte � �Das Reich des Teufels.� Doch sind wir alle unvollkommen, und das kann uns alle, auch heiliggesprochene Heilige zu Haltungen führen, die uns heute nicht akzeptabel sind. Aber seine fundamentale Bekehrung ist für uns eine Herausforderung, auf einer ähnlichen Weise im Dialog zu wachsen.

In Exerzitien ein Jahr vor seinem Tod sagte er seinen Mitbrüdern: �Unsere Missionstätigkeit ist umsonst, wenn wir nicht lieben und geliebt werden.�

Ein Erneuerungskurs soll uns herausfordern, die Frage zu stellen wie diese drei Haltungen deine Beziehung mit den anderen in der Gemeinschaft gestalten. Würden die Leute, mit denen du wohnst und arbeitest, deine Haltung ihnen gegenüber als achtungsvoll und liebvoll beschreiben? Welche Beweise könnten sie beibringen?

Im Kontext des Dialogs hat Solidarität viel mit Demut zu tun, denn sie bedeutet die Erkenntnis unserer Unvollkommenheit, dass wir alle unvollkommen und beschränkt sind. Unser Verständnis der religiösen Wahrheit oder irgendeines menschlichen Geheimnisses bleibt immer beschränkt. Es gibt vieles, das wir von einander lernen können. �Ein wahrhafter Dialog führt alle Beteiligten zu einer tieferen Bekehrung zur immer größeren Wirklichkeit Gottes� (1988, 56). Solidarität ruht auf der Überzeugung, dass es immer mehr gibt, das uns zusammen verbindet als das, was uns trennt, und dass jede Geste, die Menschen näher zueinander bringt, uns auch näher zu Gott bringt, denn Gott wohnt in Kommunion und nicht in Trennung. Demut bedeutet, keine Vergleiche anzustellen. Wahre Solidarität lehrt uns, die anderen nicht zu verurteilen, sondern uns alle im selben Boot zu sehen; sie ist deshalb eine Tugend, die fundamental für den Dialog ist. Und doch das Kapitel nennt ihn prophetischen Dialog, der oft den Mut erfordert, klare Urteile gegen Ungerechtigkeit und Vorurteile auszusprechen, aber immer mit Achtung und Liebe.

Die Betonung des vierfachen Dialogs entfernt sich von der Praxis und der Motivation des Stifters und der der Gründungsgeneration. Doch sein missionarischer Eifer ist uns ein gutes Vorbild. Seine Antwort ist aus dem Traum Gottes gewachsen, �alle die versprengten Kinder Gottes wieder zu sammeln� (Joh 11:52), so dass Gott alles in allem ist. Deshalb kann das, was das Fundament seiner Spiritualität war, auch die Quelle unserer Spiritualität heute sein, das Geheimnis des in uns innewohnenden Gottes, das uns befähigt, uns selbst und alle andere in Solidarität, Achtung und Liebe zu behandeln.

�Es lebe der heilige dreieinige Gott in den Herzen aller Menschen.�

  • �Wir fühlen uns gerufen, ein vom Glauben erfülltes Gemeinschaftsleben zu pflegen, das tiefer und tiefer in Jesus Christus Wurzeln schlägt� (57). (61
  • �Wir pflegen ein echte brüderliches Gemeinschaftsleben, das allen Mitbrüdern vollen Anteil am Leben und an den Gemeinschaftsentscheidungen erlaubt.�
  • �In unserem Leben in internationalen und interkulturellen Gemeinschaften wollen wir in unseren gegenseitigen Beziehungen von der alle umfassenden Liebe Gottes Zeugnis geben� (65).
  • �Wir sind aufgerufen, ein von Wohlwollen gekennzeichnetes Gemeinschafts- leben zu pflegen, das für verschiedene Gebetsformen und religiöse Aus- drucksformen offen ist und Zusammenarbeit fördert� (69).

Die vier Dimensionen sollen auch unser Gemeinschaftsleben prägen: �Wir pflegen das gemeinsame Bibelgespräch, ermutigen wir einander, gehen wir gerecht, friedfertig und mitbrüderlich miteinander um� (78).